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  S. Freud 

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Der Wiener Arbeitskreis für Psychoanalyse ist Ausbildungsinstitut für Psychoanalyse seit 1947. 


Er unterhält ein kontinuierliches wissenschaftliches Programm und ein Curriculum zur Ausbildung von Psychoanalytikern, Weiter- und Fortbildungsprogramme für Kandidaten und Mitglieder, eine Beratungsstelle für Rat- und Hilfesuchende und einen öffentlich zugänglichen Jour fixe zu psychoanalytischen Themen.

  Jour Fixe 

Habe ich ein Gehirn oder hat mein Gehirn ein Selbst – philosophische Fragen zur Konzeption des Leib-Seelischen Verhältnisses in der Neuropsychoanalyse.


Franz Oberlehner



Sigmund Freud war ein Gehirnphysiologe. Heute würde man sagen, er war Neurowissenschaftler. Er gehörte darin zur Spitze seines Faches. Indem er die Hysterika zu Wort kommen lässt, sich auf ihre Erzählungen einlässt und den darin ver-borgenen Sinn zu entschlüsseln sucht, geht er dann zwar einen ganz anderen Weg als die ärztlichen Kollegen seiner Zeit. Sein wissenschaftliches Denken bleibt aber im Anspruch der naturwissenschaftlichen Ausfassung seiner Lehrer, d.h. der physika-listischen Physiologie der Helmholtzschule, treu. Das wird vor allem im Vokabular seiner Metapsychologie deutlich: Energie, Besetzung, Topik usw sind Begriffe, die er aus seiner neurowissenschaftlichen Zeit mitgebracht hat. Es ist daher nicht so verwunderlich, dass heutige Gehirnforscher hier gute Anschlussmöglichkeiten finden und Freud als einen ihrer Vorläufer akzeptieren. Ebenso wie Freud es tat, setzten sich auch heutige Neurowissenschaftler über philosophische Probleme hinweg, die entstehen, wenn man das Verhältnis von Physischem und Psychischem, von Gehirn und Geist wissenschaftlich zu erfassen versucht. Die zentrale Frage lautet, ob bzw. wie Psychisches als Inbegriff subjektiven Geschehens in einem naturwissenschaftlichen Paradigma Platz haben kann. Dazu werden einige traditionelle und neue Auffassungen referiert.


Moderation: Hans Pettermann


Donnerstag, 8. Mai 2008, 20 Uhr, c.t.


KG