Die psychoanalytisch-psychotherapeutische Arbeit mit drogenkranken PatientInnen im Rahmen eines stationären Settings steckt in mehrerer Hinsicht voller Herausforderungen. Der Anspruch an die PatientInnen, ein Dro-gen- bzw. Alkohol-abstinentes Leben zu füh-ren, der allgegenwärtig drohende „Rückfall“, die hohe Komorbidität mit körperlichen und psychischen Erkrankungen erfordern eine stete Reflexion der psychoanalytischen Ar-beit. Entgegen einem gesellschaftlichen Dis-kurs, der den Begriff Droge als institutionali-siertes Schlagwort benutzt und die pathologi-sche Abhängigkeit von Drogen gleichsetzt mit Delinquenz, sozialer Verwahrlosung bzw. Auffälligkeit, gilt es in einem psychoanalyti-schen Verständnis die Droge als Symptom eines Subjekts zu begreifen, d.h. als exzessi-ven Akt, der (wie ein Brief) über Inhalt, In-tentionalität, Bestimmung und Adressat ver-fügt.
Moderation: Alexander Parte
Donnerstag, 28. Mai 2009, 20 Uhr, c.t.
Salzgries 16/3a
1010 - Wien